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Naturkosmetik: Haare natürlich pflegen

Waschen, pflegen und stylen ohne Chemie? Das geht. Wie Sie mit Naturprodukten Ihre Haare glänzen lassen
von Abenaa Namslau, aktualisiert am 17.10.2016

Blickfang: Schönes Haar braucht viel Pflege

Getty Images/Zena Holloway

Zucker, Henna, Reis oder Kokos – der Naturkosmetik-Trend ist mittlerweile auf unseren Köpfen angekommen. Es gibt zahlreiche Shampoos, Spülungen, Kuren, Styling-Produkte und selbst Colorationen, die frei sind von synthetischen Zusatzstoffen.

Ein Segen zum Beispiel für Menschen mit Unverträglichkeiten oder empfindlicher Kopfhaut, die nach Alternativen suchen. "Die Nachfrage nach natürlicher Haarpflege nimmt in unserer Apotheke definitiv zu", sagt Christiane Pflug, Inhaberin einer Apotheke in Lauterbach. "Auch, weil häufiger über Inhaltsstoffe wie etwa Silikone, Laureth-Sulfate und andere berichtet wird."

Doch das passende Produkt zu finden ist bei der großen Auswahl gar nicht so einfach, und nicht alle Angebote, die "grün" erscheinen, sind es wirklich. Ihre Apotheke kann Sie zu diesem Thema kompetent und umfassend beraten.

Naturkosmetik: Kein gesetzlich geschützter Begriff

Auch wenn es auf den ersten Blick so scheint: Nicht jedes Produkt, auf dem ein natürlicher Wirkstoff angepriesen wird, enthält reine Natur. Der Begriff "Naturkosmetik" ist nicht gesetzlich geschützt, und einige Hersteller zertifizieren ihre Waren nach ganz eigenen Kriterien. Wer echte Naturkosmetik für das Haar sucht, kann sich an diversen Siegeln orientieren. Die bekanntesten sind BDIH, NaTrue und Ecocert.

Gemäß ihren Richtlinien lassen sie nur Produkte zu, die frei sind von Erdölderivaten, PEGs, Silikonen und Parabenen sowie synthetischen Farb- und Duftstoffen. Das Ecocert-Zertifikat garantiert, dass mindestens 95 Prozent der Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs sind, das BdIH-Siegel darüber hinaus, dass mindestens 95 Prozent der Rohstoffe eine kontrollierte Bio-Qualität besitzen. Das international gültige NaTrue-Siegel unterteilt in die Kategorien "Naturkosmetik", "Bio-Kosmetik" und "Naturkosmetik mit Bio-Anteil".

Was ist anders?

Einerseits nicht viel, denn "die natürlichen Shampoos und Spülungen lassen sich ebenso sicher und bequem anwenden wie konventionelle und stehen ihnen auch beim Reinigen oder im Duft in nichts nach", sagt Apothekerin Christiane Pflug. Andererseits ist eine Menge anders, nämlich die weitestgehend synthetikfreien Inhaltsstoffe. Waschaktive Substanzen wie das stark entfettende Sodium-Laureth-Sulfat werden zum Beispiel durch Zuckertenside aus Kartoffeln oder Mais und Kokos-Öl ersetzt. Anstelle von Silikon sollen Wachse und Mandel-, Jojoba-, Kokos- oder Macadamia-Öl das Haar weich und gut kämmbar machen sowie zum Glänzen bringen. Hinzu kommen Pflanzenextrakte, die es stärken und pflegen, etwa Brennnessel zur Kräftigung oder Wacholder-Öl gegen Schuppen. Statt künstlicher Duftstoffe verbreiten ätherische Öle einen angenehmen Geruch.

Der Unterschied zwischen konventionellen Shampoos und Bio

Bei natürlicher Haarpflege geht es nicht nur um gesund aussehendes Haar, sondern auch um seine Gesunderhaltung und die der Kopfhaut – ein Unterschied. Denn damit das Haar glänzt, arbeiten konventionelle Shampoos und Spülungen oft mit Silikonen, die sich wie ein Mantel auf der Haaroberfläche und der Kopfhaut ablagern. Wechselt man zu Bio-Produkten, können diese Rückstände bewirken, dass die Haare einige Wochen strohig und glanzlos aussehen, bis sich die angelagerten Stoffe der alten Produkte gelöst haben.

Wichtig für schönes und vitales Haar sind eine gesunde Kopfhaut und eine ausreichende Versorgung der Haarwurzeln mit Nährstoffen. Da in Bio-Produkten keine Silikone stecken, können die Pflegestoffe besser zur Haarwurzel gelangen und das Wachstum unterstützen. Doch selbst mit den besten Wirkstoffen können auch "grüne" Haarpflegeprodukte nicht zaubern. "Man kann geschädigtes Haar pflegen, Volumen und Glanz hineinbringen. Aber es lässt sich nicht komplett wiederbeleben", erläutert die Hamburger Dermatologin Dr. Kerstin Lau.

Werden Naturprodukte besser vertragen?

Das könnte man bei reiner Natur meinen. Doch wie verträglich ein Produkt ist, hängt davon ab, auf welche Stoffe die Haut des Einzelnen reagiert. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese synthetisch sind. Dermatologin Kerstin Lau: "Bio-Produkte irritieren in manchen Fällen weniger, können aber genauso Allergien auslösen wie Produkte mit synthetischen Inhaltsstoffen." Zu den Pflanzenstoffen mit höherem Allergiepotenzial zählen beispielsweise Eichenmoos, Nelken-Öl und Propolis. Auch Kontaktekzeme können auftreten, etwa durch Henna. Deshalb ist es wichtig, ein neues Produkt immer erst in der Armbeuge zu testen, um auszuschließen, dass es zu Irritationen oder gar einer Allergie kommt.

Wie gut sind Bio-Styling-Produkte?

Locken, Volumen, Glanz – all das ist mittlerweile auch mit natürlichen Styling-Produkten kein Problem mehr. "Da hat sich in den vergangenen fünf Jahren viel getan", erzählt Apothekerin Pflug. "Früher gab es nur Wachs, inzwischen ist alles zu haben", von Haarwachs über Gel und Spray bis hin zu Schaumfestiger. In der Anwendung unterscheiden sich die Produkte zum Teil von den herkömmlichen Styling-Helfern: So braucht ein Bio-Gel in der Regel etwas länger zum Trocknen. Und natürliches Haarspray gibt zwar guten Halt, verleiht dafür aber vielleicht weniger Beweglichkeit. Bio-Haarwachs hingegen funktioniert perfekt. Die verschiedenen Erzeugnisse können je nach Hersteller unterschiedlich sein. Da heißt es ausprobieren und sich möglicherweise etwas umstellen.

Thema Farbe: Was gibt es außer Henna?

Eine ganze Menge! Die Palette natürlicher Haarfarben geht über den Rotton hinaus in sämtliche Braun-Nuancen. Außer dem bewährten Henna kommen auch andere farbgebende Rohstoffe zum Einsatz, zum Beispiel Walnuss-Schalen, Blauholz, Salbei, Kaffee, Hibiskus, schwarzer Tee oder Rote Bete. Gut zu wissen für alle, die lieber natürlich färben möchten: Naturfarben können nicht aufhellen, sondern nur gleich helle oder dunklere Nuancen erzeugen. Je nach Pflegegewohnheiten und Haarstruktur hält das Ergebnis jedoch lange. Nach etwa ein bis zwei Monaten zeigt sich wieder der Naturton am Ansatz. Der Kontrast fällt allerdings deutlich geringer aus als bei chemisch gefärbtem Haar. Bevor man Pflanzenfarben auf vorbehandeltem Haar anwendet, sollte man den Effekt an einer unauffälligen Probesträhne testen, da es in Kombination auch zu Fehlfärbungen kommen kann.                                  



Bildnachweis: Getty Images/Zena Holloway

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